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Klimafreundlicher bestatten mit der „Reerdigung“ – Bestattungen im Wandel der Zeit 2

Ein Artikel von Anna-Lena Augustin


Das Thema Nachhaltigkeit wird immer bedeutungsvoller in unserer Gesellschaft und es wird stetig daran gearbeitet immer mehr Möglichkeiten für eine nachhaltigere Lebensweise zu finden.

Doch auch der Tod soll von dem Thema nicht unberührt bleiben.


Das traditionelle Bestattungswesen hatte in der Vergangenheit wenig Möglichkeiten, Bestattungen möglichst nachhaltig zu gestalten, was sich nun aber Stück für Stück ändern soll.


Ob es eine Münchner Bestatterin ist, die Särge herstellt, die vorab noch als Möbelstück genutzt werden können oder ein niederländisches Start-Up namens „Loop“, welches Särge herstellt, die aus dem Myzelgeflecht von Pilzen bestehen, ob Urnen so gut wie ausschließlich nur noch aus biologisch abbaubaren Materialien bestehen oder die Nautbestattungen immer interessanter werden, stets werden neue Ideen verwirklicht.


So weckt jetzt auch eine ganz neue Bestattungsart immer mehr Interesse.

Sie wird „Reerdigung“ genannt und vom Unternehmen Meine Erde derzeit in Deutschland etabliert.

Mit einem Pilotprojekt wurde in Schleswig-Holstein gestartet und schon bald sollen weitere Bundesländer nachziehen.


Bei dieser Art der Bestattung wird der Leichnam innerhalb von 40 Tagen zu nährstoffreicher Erde umgewandelt. Dieser Prozess ist ganz natürlich, kann jedoch nur unter perfekten Bedingungen so schnell funktionieren.

Um diese Bedingungen zu schaffen, wird der Körper des Verstorbenen in einem sogenannten Kokon (siehe Bild) auf Stroh und Grünschnitt gebettet und anschließend verschlossen.



Die natürlichen Mikroorganismen, die im Körper und in den Pflanzen vorhanden sind, beginnen nun mit dem Umwandlungsprozess. Optimale Bedingungen sorgen dafür, dass die Mikroorganismen sehr schnell arbeiten können und durch Luft- und Wasseranschlüsse kann der Prozess kontrolliert werden.


Nach ca. 40 Tagen ist die Transformation abgeschlossen und der einstige Körper ist zu nährstoffreicher Erde geworden. Was übrig bleibt sind Knochen, welche anschließend verfeinert und zur Erde gegeben werden.


Doch nicht nur eine neue Bestattungsform ist mit der Reerdigung entstanden, auch entwickeln sich damit neue Gestaltungsformen von Trauerfeiern und Beisetzungen. So kann die Trauerfeier direkt am Kokon stattfinden (siehe Bild) und die anschließende spätere Beisetzung der Erde auf dem Friedhof z.b. verbunden werden mit dem Pflanzen eines Baumes oder Blumenbeetes.



Die Reerdigung erfreut sich eines großen Interesses, immer wieder gibt es Berichte und Dokumetationen dazu. Ebenso finden sich viele Informationen auf der Website www.meine-erde.de .


Derzeit ist eine Reerdigung ausschließlich im Bundesland Schleswig-Holstein gestattet. Die Beisetzung kann dann auf Antrag auch auf Friedhöfen in anderen Bundesländern stattfinden.


Wie in vielen anderen Bereichen entwickelt sich auch die Bestattungsbranche weiter, wird offener für den Umgang mit dem Tod und gibt eigenen Gedanken zu Wünschen und Vorstellungen der eigenen Bestattung Raum.


Wir sind Partner vom Anbieter der Reerdigung „Meine Erde“, wodurch zukünftig auch bei uns Bestattungen und Vorsorgen im Rahmen einer Reerdigung geplant werden können. Wir werden die Entwicklungen weiter verfolgen.


Bei Interesse sprechen Sie uns gern darauf an.


Ihre Franziska Gerent-Augustin



Bilder: Meine Erde

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